Kleiderschrank ausmisten leicht gemacht

Kleiderschrank ausmisten Capsule Wardrobe

Kleiderschrank ausmisten Capsule Wardrobe

Heute möchte ich mit euch teilen, wie ich meinen Kleiderschrank downgesized habe. Ich erzähle euch, was meine Herangehensweise war, wie ich mittlerweile Klamotten shoppe, was meine Erkenntnisse auf dem Weg waren und welche Tipps ich euch mit auf den Weg geben würde, falls ihr auch euren Kleiderschrank ausmisten möchtet. 

„Ich habe einfach NICHTS zum Anziehen!“

Das kennt ihr sicher auch, oder? Man steht vor seinem Kleiderschrank und findet einfach kein passendes Outfit. Es ist ja nicht so, dass der Kleiderschrank leer wäre- ganz im Gegenteil- es ist nur einfach nicht das Richtige dabei. Dieses Gefühl kannte ich nur zu gut! Egal ob morgens vor der Arbeit oder abends vor einer Party, meine Garderobe schien mir hinten und vorn unzureichend zu sein, für egal welche Situation. 

Die Capsule Wardrobe

Ungefähr zu dieser Zeit tauchten in meinem Bloglovin-Feed und meiner Youtube-Abo-Box immer mehr Beiträge zum Thema Capsule Wardrobe auf. Es dauerte nicht lang bis ich Feuer und Flamme war. Ich wollte dieses Konzept unbedingt auch ausprobieren und meinen Kleiderschrank einmal komplett auf den Kopf stellen. Wenn ihr mir schon länger folgt, habt ihr vielleicht in diesem Blogpost schon einen kleinen Einblick bekommen. Falls ihr noch nie davon gehört habt, fasse ich euch das Konzept mal ganz kurz zusammen (mehr Infos und weiterführende Links findet ihr weiter unten in diesem Blogpost).

Prinzipiell geht es bei einer Capsule Wardrobe darum, sich eine feste Garderobe von Basic-Teilen (häufig eine konkrete Anzahl, z.B. 37) aufzubauen, die einem perfekt passen, die untereinander kombiniert werden können und ggf. saisonal mit Trend-Pieces ergänzt werden kann. Kleidungsstücke, die gerade nicht in Saison sind (z.B. Winter-Pullis im Sommer, etc.), werden verstaut und stören damit nicht bei der täglichen Wahl des richtigen Outfits. Die Auslegungen des Capsule Wardrobe-Konzepts variieren zum Teil, aber das ist mein Verständnis davon.

Natürlich konnte ich meinen Kleiderschrank nicht von heute auf morgen in eine Capsule Wardrobe umwandeln. Aber falls ihr jetzt auch Lust habt und es euch in den Fingern juckt, führe ich euch einmal durch den Prozess, den ich auf dem Weg zur Capsule Wardrobe durchlaufen bin und gebe euch ein paar Tipps auf dem Weg:

Wo fang ich nur an? 

Also ich bin ja eine große Planerin! Listen, Mood-Boards, Mind Maps, Pinterest Boards- das ist meine Welt. Und gerade beim Organisieren der eigenen Garderobe ist es wichtig, einen Plan und ein Ziel vor Augen zu haben, finde ich.

Als erstes solltet ihr definieren, was euren Stil ausmacht bzw. wo ihr mit eurem Kleidungsstil hinwollt. Um eine Idee dafür zu bekommen, hilft es auf jeden Fall, Inspirations-Bilder zu sammeln. Dafür könnt ihr euch ein Pinterest-Board erstellen (hier findet ihr meins), eine „Sammlung“ auf Instagram anlegen oder richtig Oldschool Bilder aus Magazinen ausschneiden und ein Mood-Board daraus erstellen.

Kleinfallsreich Kleiderschrank Inspiration

Wenn ihr einige Bilder gesammelt habt, schaut mal, ob ihr darunter wiederkehrende Trends, Stile und Kleidungsstücke findet. Im besten Fall könnt ihr hier euren Stil ablesen. Falls eure Bilder-Sammlung keinen eindeutigen Stil auswirft, birgt auch das eine Erkenntnis. Ihr bewegt euch vielleicht zwischen verschiedenen Styles hin und her und möchtet je nach Laune in einen anderen Stil schlüpfen können. Das ist auch völlig ok! In jedem Fall solltet ihr jetzt einen Ausgangspunkt für euer Kleiderschrank-Projekt haben und etwas besser wissen, was eure Garderobe hergeben sollte um euren persönlichen Stil zu verkörpern.

Der Status-Check

Im nächsten Schritt solltet ihr einen Blick in euren Kleiderschrank werfen und herausfinden, ob ihr euren (nun etwas genauer definierten) Stil dort repräsentiert findet. Eventuell schlummern ein paar von den gepinnten, gemerkten und ausgeschnittenen Teilen ja schon irgendwo versteckt in eurem Schrank und warten nur darauf, von euch (wieder)entdeckt zu werden.

Wenn euer Einkaufsverhalten auch nur annähernd meinem von vor ein bis zwei Jahren ähnelt, stellt ihr vielleicht auch recht schnell fest, dass eure Garderobe ein zusammenhangloses Sammelsurium von Kleidungsstücken ist. Die Kleidungsstücke sind vielleicht einzeln toll, aber passen nicht zusammen, repräsentieren nicht euren Stil oder passen euch sogar überhaupt nicht (mehr). Ist dies der Fall, solltet ihr an dieser Stelle zum Ausmisten übergehen, falls nicht- ihr Glücklichen! Dann könnt ihr diesen Schritt getrost überspringen und anfangen eine Wish- bzw. Shopping-List zu erstellen. 

Den Kleiderschrank Ausmisten

Am besten einmal alles aus dem Kleiderschrank ausräumen und dann Stück für Stück, wenn nötig auch in mehreren Durchgängen, aussortieren. Wichtige Fragen, die ihr euch hier stellen solltet sind:

  • Passt mir das Kleidungsstück noch?
  • Wann habe ich das Teil zuletzt getragen?
  • Passt das Kleidungsstück zum Rest meiner Garderobe und repräsentiert meinen Stil?

Am besten stellt ihr euch mehrere Kisten neben den Schrank, sodass ihr direkt sortieren könnt und wisst, was mit den Klamotten passieren soll. Zum Beispiel eine Kiste für „in den Müll“ für Kleidungsstücke, die einfach niemand mehr tragen sollte. Eine Kiste für „Kleiderspenden“ und eventuell eine mit Teilen, bei denen ihr euch unsicher seid. Diese Kiste solltet ihr allerdings möglichst klein halten.

Habt ihr euren Kleiderschrank einmal komplett aussortiert und wirklich nur die Kleidungsstücke  behalten, die euch passen, in denen ihr euch gefallt und die euren Stil widerspiegeln, geht es zum nächsten Schritt: Alles, was gerade nicht in Saison ist, zu verstauen.
Ich habe mir einfach eine große (ok, eine riiiesige) Ikea-Kiste gekauft, die jetzt unter meiner Kleiderstange steht und aktuell alle meine Frühlings- und Sommersachen beinhaltet. Falls ihr Platz unter eurem Bett oder in einer Abstellkammer habt dafür, noch besser! Von der Aufbewahrung im Keller würde ich grundsätzlich eher abraten. Diese Keller-Kisten vergisst man häufig und das Austauschen der saisonalen Garderobe wird damit auch unnötig viel aufwendiger.

Kleiderschrank ausmisten

Let’s ‚go‘ Shopping

Ihr habt euren (Wunsch)Stil definiert und euren Kleiderschrank aussortiert. Dann bleibt jetzt eigentlich nur noch eins übrig: eure Shopping-List! Und auch für diesen Punkt solltet ihr euch etwas Zeit nehmen. Ich verbringe vor jeder Saison wieder etwas Zeit damit, Inspirationen zu sammeln, einen Blick in meine Garderobe zu werfen und auf dieser Basis eine neue Shopping-List zu erstellen.

Auf diese Liste sollte erst mal auch wirklich nur das kommen, was in eurem Schrank aktuell fehlt um eure Capsule Wardrobe zu komplettieren. Habt ihr euch dafür entschieden, eine bestimmte Anzahl von Kleidungsstücken zu besitzen, solltet ihr diese beim Shoppen im Auge behalten. Aber auch wenn nicht, solltet ihr versuchen, auf Impuls-Käufe im Sale zu verzichten und wirklich nur das zu kaufen, was ihr braucht und was eure Garderobe perfekt ergänzt. Im besten Fall begleiten euch diese Basics für die nächsten Jahre. 

Wichtig ist auch, euren Alltag mit einzubeziehen. Ihr braucht keinen Schrank voller eleganter Kleider, wenn ihr nicht vorhabt, diese im Alltag zu tragen. Versucht euch vorzustellen, wie ihr täglich vor eurem Schrank steht und euch ein Outfit für den Tag zusammenstellt. Nach welchen Kleidungsstücken greift ihr am Häufigsten? 

Ich persönlich bin ein großer Fan von Online Shopping. Wenn ich meine Shopping List erstellt habe, durchstöbere ich alle meine Lieblings-Shops online nach den perfekten Teilen und bestelle mir eine Auswahl. Sobald die Bestellungen bei mir eintreffen, wird dann alles anprobiert und mit den Teilen, die ich schon besitze, kombiniert. So kann ich am besten herausfinden, welche neuen Teile wirklich in meine Capsule Wardrobe passen.

Ich suche beispielsweise schon seit 2 Jahren nach dem perfekten  Camel Coat und bestelle mir immer mal wieder ein paar zum Probieren nach Hause. Bisher habe ich aber einfach nicht den richtigen gefunden und deshalb auch keinen halbwegs schönen gekauft. Der Sinn einer Capsule Wardrobe ist ja schließlich, das euch alles gefällt, ihr euch in jedem Teil schön fühlt und alles perfekt passt. Halb-perfekte Teile haben da also nichts zu suchen! 🙂

Tipps

Investiert ruhig etwas mehr Zeit in der Inspo-Phase

Den eigenen Stil zu finden und zu definieren ist manchmal gar nicht so leicht, zahlt sich aber definitiv aus!

Sortiert rigoros aus

Holt euch Hilfe von einer Freundin oder einem Freund, wenn nötig. Dieses befreiende Gefühl des Neustarts und das volle Potential eurer perfekt kuratierten Garderobe könnt ihr nur dann wirklich genießen.

Haltet euch an eure Shopping List

Regelmäßige Impuls-Käufe bringen euch sonst ganz schnell wieder dahin zurück, wo ihr angefangen habt.

Schaut zum Ende jeder Saison zurück

Macht euch mentale oder reale Notizen. Eure Capsule Wardrobe ist bestimmt nicht von Anfang an perfekt und kann von Jahr zu Jahr besser werden. Notiert, was euch gefehlt hat und wo ihr vielleicht etwas gegen ein besseres Teil ersetzen möchtet in der nächsten Saison.

Findet eure Investment-Pieces

Je nachdem, wie eure Capsule Wardrobe und euer Alltag aussieht, unterscheiden sich auch die Teile, wo sich investieren lohnt. Grundsätzlich sollten Trend-Teile, die gerade aktuell sind, eher günstiger ausfallen und stattdessen lieber bei den Basics investiert werden.

Eure Garderobe sollte euren Alltag widerspiegeln

Ihr macht viel Sport? Dann investiert in Sportklamotten. Ihr arbeitet von zu Hause? Dann braucht ihr vielleicht mehr gemütliche als schicke Klamotten. Eure Capsule Wardrobe sollte zu EUCH passen.

Capsule Wardrobe

Nach 2 Jahren Capsule Wardrobe…

Ich bin mit einer festen Anzahl an Kleidungsstücken in dieses Kleiderschrank-Experiment gestartet und habe relativ schnell festgestellt, dass das für mich nicht funktioniert. Stattdessen entwickle ich meine Capsule Wardrobe von Saison zu Saison ein bisschen weiter. Ich trenne mich von Teilen, die nicht gut für mich funktioniert haben und investieren in neue, die mir im letzten Jahr gefehlt haben. 

Die verzweifelten ‚Ich-habe-nichts-zum-Anziehen‘-Momente erlebe ich selten bis nie und ich habe das Gefühl, meinen groben Stil gefunden zu haben. 

Grundsätzlich bin ich nicht mehr sooo streng mit mir und meiner Garderobe. Ich bin auch keine Minimalistin geworden. Ich hab durch die Capsule Wardrobe allerdings einen guten Flow entwickelt, was das Planen meiner Garderobe und meiner Shopping List angeht. Impuls-Käufe sind bei mir super selten und ich fühle mich in meinen Klamotten wohl und mehr ICH. 

Links

Hier findet ihr ein paar Links, die euch mit mehr Infos zum Thema Capsule Wardrobe und Kleiderschrank ausmisten versorgen.

UNFANCY  Hier findet ihr ein gutes Round-Up zum Thema, sowie hilfreiche Downloads und Inspirationen, wie eine Capsule Wardrobe real aussehen kann.

Ihr möchtet eine nachhaltige Capsule Wardrobe aufbauen? Dann ist das hier der richtige Blogpost für euch: How to Build An Ethical Capsule Wardrobe von Heylilahey

Eher der Video-Typ? The Anna Edit hat eine großartige Playlist mit Videos, in denen ihr ihren Weg zur Capsule Wardrobe nachvollziehen könnt: Capsule Wardrobe by The Anna Edit

Ihr braucht mehr Infos und Tipps zum Thema Kleiderschrank Ausmisten? Dann hat Wenz hier die perfekte Infoseite für euch zusammengestellt. Es werden 3 Ordnungsmethoden (u.A. auch Konmari!) vorgestellt und verglichen. Zudem findet ihr auch hier ein paar hilfreiche Downloads (Checklisten!!! <3) und weiterführende Artikel zum Thema (unter Anderem gibt es tolles Interview mit Fräulein Ordnung!).

 

Na, seid ihr jetzt auch angefixt und wollt sofort loslegen? 🙂
Oder habt ihr vielleicht schon lange eine Capsule Wardrobe und seid Profis im Kleiderschrank ausmisten? Lasst mir doch einen Kommentar da und erzählt mir von euren Erfahrungen!

2

Trackback from your site.

Comments

  • Sarah

    Written on 02/11/2017

    Antworten

    Passend zum Herbst bin ich auch dabei meinen Kleiderschrank anzupassen. Super Tipps und ich finde es viel wichtiger sich wohlzufühlen als eine strikte Anzahl von Kleidungsstücken einzuhalten! Ich versuche noch meinen Wunschstil wirklich umzusetzen. Bin gespannt auf weitere Tipps ❤

Leave a Reply